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Nintendo 3DSBearbeiten

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Hersteller: Nintendo
Typ: Handheld, Tragbare Spielekonsole
Generation: 8. Generation
Grafikkarte: Digital Media Professionals Pica200
Speichermedien: SD-Karte, 3DS/DS Speicherkarte
Erscheinungsdatum:
Europa: 25. März 2011

Nintendo 3DSBearbeiten

Der Nintendo 3DS ist eine Handheld-Konsole des japanischen Unternehmens und der Nachfolger der Nintendo-DS-Konsolen. Er kam in Japan am 26. Februar 2011 auf den Markt, in Europa am 25. und in den USA am 27. März.

Der 3DS wurde im Rahmen der E3 2010 am 15. Juni 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Prototypen des Gerätes waren für Besucher der E3 zugänglich und konnten getestet werden. Auf der hauseigenen Messe Nintendo World 2011 war der Nintendo 3DS und einige Software erstmals der japanischen Öffentlichkeit zugänglich.

In der ersten Woche nach der Veröffentlichung verkaufte sich der 3DS in den USA weniger als 400.000 Mal und blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten zurück. In Europa wurden bis Mitte Mai 2011 etwa 300.000 Exemplare verkauft, davon ca. 50.000 Einheiten in Deutschland. Mit Stand Juli 2011 wurde die Konsole weltweit 4,3 Millionen Mal verkauft. Als Reaktion auf diese enttäuschenden Zahlen und eine nach unten korrigierte Gewinnprognose kündigte Nintendo für den 12. August 2011 Preissenkungen von 29 bis 40 Prozent für das Produkt an. Kunden, die einen 3DS vor der Preisreduktion kauften oder kaufen werden, sollen mit kostenlosen, teilweise exklusiven Spiele-Downloads entschädigt werden. Damit wurden in dem Monat 235.000 Exemplare verkauft, davon 185.000 nach der Preisänderung.

Technische MerkmaleBearbeiten

Wie schon sein Vorgänger, der Nintendo DS, bietet der Nintendo 3DS zwei Bildschirme. Der obere Bildschirm auf der Innenseite des Deckels bietet ein autosereoskopisches („3D“) Display, genauer ein Singel-User-Display der Firma Sharp mit einer Diagonale von 8,97 cm (3,53 Zoll), das ohne spezielle Brille genutzt werden kann. Die Auflösung des 3D-Display beträgt insgesamt 800 × 240 px, d. h. 400 × 240 px für jedes Auge. Die Intensität der stereoskopischen Darstellung ist über einen Schieberegler stufenlos einstellbar bis abschaltbar. 3D-Darstellungen können auf Dauer auch über ein Passwort deaktiviert werden. Nintendo empfiehlt dies ausdrücklich Eltern, die Kleinkinder mit dem Gerät spielen lassen, obgleich es keine Erkenntnisse zu etwaigen Langzeitschäden durch stereoskopische Projektionen gibt. Der untere Bildschirm hingegen ist ein 7,62 cm (3 Zoll) großer, berührungsempfindlicher Touchscreen. Die Auflösung des Touchscreens beträgt 320 × 240 px.

Auch bei der Steuerung ähnelt der 3DS seinem Vorgänger. Zur besseren Steuerung befindet sich nun jedoch ein Analog Stick, genannt Slide Pad, auf der linken Seite. Die Tasten „Start“ und „Select“ sind an der Unterkante des Touchscreens angeordnet zu dem sich beim 3DS auch ein, ähnlich wie bei der WiiMote, „Home-Button“ gesellt, mit dem es möglich ist aus Spielen in das Hauptmenü zurückzukehren, ohne das Spiel dabei zu beenden (sofern keine neue Anwendung gestartet wird). Zusätzlich ist Bewegungssteuerung über einen Beschleunigungssensor und einen Gyrometer möglich. Diese ermöglichen auch einen Schrittzähler im 3DS. Als Grafikchip verwendet der 3DS die „PICA200“-Prozessortechnologie des japanischen Unternehmens Digital Media Professionals.

Wie der direkte Vorgänger, der DSi, besitzt auch der 3DS Kameras, jedoch zwei auf der Außenseite der Konsole, die stereoskopische Fotografien ermöglichen sowie eine innen zum Spieler gerichtet. Alle Kameras haben eine VGA-Auflösung von 640 × 480 px (0,3 Megapixel). Die Wi-FI-Anbindung wurde ausgebaut, so dass man sich mit anderen 3DS-Systemen verbinden kann und z. B. das Austauschen von Highscores möglich ist. Der Nintendo 3DS kann immer online sein, auch im Stand-By-Modus, um Spielupdates, etc. herunterzuladen oder die StreetPass-Funktion zu nutzen (Datenaustausch bei bestimmten Spielen). Das 2,4-GHz-Band wird unterstützt. Spiele werden wie beim Nintendo DS auf den bekannten Spielemodulen ausgeliefert, die mechanisch abgeändert wurden, so dass sie nicht in den DS passen. Die Spiele haben eine maximale Größe von 8 GB, daneben ist wie beim DSi ein SD(-HC)-Kartenschacht vorhanden, der als Unterstützung des internen Speicher dient, um z. B. die aufgenommenen Fotos zu speichern. Ähnlich wie bei der Wii wird auch ein Activity Log geführt, mit dem der Benutzer die Spielzeit für jede verwendete Software aufgelistet bekommt.

Das Gewicht des Handhelds beträgt 227 Gramm. Betrieben wird er mit einem Lithium-Ion-Akku mit 1300 mAh. Laut Nintendo wird der Akku beim Abspielen von 3DS-Spielen 3–5 Stunden, bei DS-Spielen 5–8 Stunden lang halten. Diese Angaben sind bezogen auf die höchste Helligkeitsstufe, da unter geringerer Helligkeitsstufe der 3D-Effekt schlechter bis gar nicht mehr sichtbar sein soll. Die Herstellungskosten für die Hardware und den Zusammenbau belaufen sich laut Analyse-Dienst IHS iSuppli auf rund 73 Euro. Die Abmessungen betragen 13,5 cm Länge, 7,4 cm Breite und 2 cm Höhe.

Ferner können 3D-Fotos erstellt und Tonaufzeichnungen erstellt werden, letztere können per SD-Karte auch anderweitig genutzt werden. Ende November soll es zudem durch ein Firmware-Update möglich sein, 3D-Videos aufzunehmen und anzuschauen.

Mithilfe der sechs beiliegenden AR-Karten (darunten fünf Charakterkarten mit Nintendo-Charakteren wie Super MArio und Kirby) können spezielle Funktionen der unterstützen AR Games: Erweiterte Realität genutzt werden. So erscheinen beispielsweise Tiere von Nintendogs+Cats virtuell auf diesen Pappkarten mit Ausrüstungen dieser Charaktere. Zugleich können Fotos erstellt werden und Sprachbefehle wie Tricks der Tiere gezeigt werden.

Kurz nach Veröffentlichung des Nintendo 3DS wurde von Softwareproblemen berichtet, die ein Einfrieren des Bildschirms zur Folge haben sollen. Diesem Problem ist Nintendo mit dem System-Update 1.1.0-1 entgegen getreten.

Wenige Tage nach dem Release in Japan, gelang es einer japanischen Gruppe die neue Konsole zu hacken. Wie auch bei den Vorgängern des Nintendo 3DS gelang dies über eine sogenannte Flashkarte, die dem Gerät eingesetzt wird und über die es möglich ist, eine modifizierte Version der Gerätesoftware abzuspielen.

Street- und SpotpassBearbeiten

Bei Streetpass handelt es sich um eine Möglichkeit, Daten (z.B. Spielstände) mit anderen Nutzern auszutauschen. Bei der Übertragung wird auch das Mii übertragen, welches dann in einem bestimmten Programm, der StreetPass Mii-Lobby, betrachtet werden kann. Die Übertragungsdauer liegt zwischen ca. zwei Sekunden und drei Minuten.

Mit SpotPass verbindet sich das System automatisch mit dem Internet, um z.B. Videos oder Nachrichten herunterzuladen.

InhalteBearbeiten

Auf der E3 2010 wurden 50 Spiele angekündigt, die für den Nintendo 3DS erscheinen sollten. Zusätzlich sollte es möglich sein, Filme in 3D auf dem Handheld anzusehen. Nintendo soll hier bereits Kooperationen mit großen Firmen geplant haben.

Wie auch schon andere Nintendo-Konsolen ist der Nintendo 3DS abwärtskompitabel. So können beispielsweise Nintendo DS-Spiele auch auf dem 3DS gespielt werden. Zusätzlich ist es möglich, bereits gekaufte DSi Ware-Titel von einem Nintendo DSi auf den 3DS zu übertragen. Somit ist kein erneuter Kauf nötig. Wie bereits die Wii enthält der neue Handheld auch eine eigene Fassung der Virtual Konsole. In der Online-Bibliothek sollten sich unter anderem ausgewählte Game Boy- und Game Boy Color-Titel herunterladen und spielen lassen. Einzelne Spiele werden aufbereitet und unterstützen den 3D-Effekt.

Der Nintendo 3DS bekam zudem am 7. Juni 2011 einen Net-Front-Internetbrowser sowie einen eShop für Spieledownloads. Wegen technischer Probleme konnte der eShop nicht wie zunächst geplant zur Veröffentlichung der Konsole verfügbar sein. Anders als bei den Spieledownloadzentralen für Wii und DSi kann zur Bezahlung keine Nintendo-Points-Card verwendet werden, stattdessen dient als Bezahlmethode die Kreditkarte. Für Ende Juni wurde angekündigt, dass zusätzlich eShop-Guthabenkarten im Handel erscheinen sollen; am 29. Juni aber wurde bekannt, dass deren Veröffentlichung erneut verschoben wird, bis Mitte/Ende Juli.